#nichtselbstverständlich

  • 3. April 2021

Hallo liebe TSV- Freunde.


Nach der am Mittwochabend auf Pro7 ausgestrahlten Sendung #nichtselbstverständlich , erreichte uns im Anschluss die Nachricht eines langjährigen TSV Mitglieds, welches selbst in der Pflege arbeitet, die wir herzlich gerne über unseren Vereins- Kanal hier teilen möchten. Schlicht und ergreifend, weil es das richtige ist, unseren Pflegekräften den Rücken zu stärken, Ihnen Respekt für Ihre Arbeit zu zollen und Sie darin zu unterstützen weiter auf die Missstände aufmerksam zu machen, damit sich endlich etwas ändert.

„…Ich wollte einmal die Gelegenheit nutzen, um auf einen Missstand in der Gesellschaft hinzuweisen. Wer am Mittwochabend ProSieben geschaut hat, hat vielleicht eindrucksvoll durch Joko und Klaas gezeigt bekommen wie die Arbeit meines Berufsstandes aussieht (wobei dort noch gezeigt wurde, wie es an einem relativ ruhigen Tag aussieht). Trotzdem sind die Zustände in den Kliniken wie ihr vielleicht mitbekommen habt überall in Deutschland teils dramatisch. Kranke Menschen müssen oft in ihren Anliegen, Ängsten und Problemen ignoriert werden, da die vorgegebenen Voraussetzungen in der Pflege vielerorts einfach katastrophal sind. Kliniken und andere Gesundheitsinstitutionen werden überwiegend wie Wirtschaftsunternehmen geführt und die Profitgier steht über allem. Die Genesung eines Menschen muss sich rechnen und es wird an der Basis – Der Pflege – gespart ohne Ende, während sich Krankenkassen, Führungskräfte und Management die Taschen Jahr für Jahr vollmachen. Langfristig wird das Gesundheitssystem gegen die Wand gefahren. Pflegemitarbeiter können nicht mehr arbeiten, da sie selbst stark erkranken oder diese hohe Belastung einfach nicht aushalten. Sie werden traumatisiert durch allerlei verschiedene, belastende Umstände wie Beleidigungen, zum Teil sogar An- oder sexuelle Übergriffe durch Patienten und das beinahe täglich. Und trotzdem, trotz aller Miss- und Umstände geben sie jeden Tag ALLES um den Menschen zu helfen, Ihnen jeden Wunsch zu erfüllen, weil sie sich aus Überzeugung dafür entschieden haben Kranken und Bedürftigen zu helfen. Ich kann verstehen, wenn ihr dies nicht mehr hören könnt oder wollt, ihr habt in eurer Arbeitswelt ebenfalls herausfordernde Situationen. Hinterfragt euch jedoch z.B. auch einmal, ob ihr euch selbst die Freiheit nehmen würdet, jederzeit auf die Toilette gehen zu können wann ihr wollt oder jederzeit eine Pause machen zu können wenn ihr das Bedürfnis hättet, ohne das Menschen sterben könnten. Ich bitte euch für uns nicht einen Krieg zu anzufangen, zeigt aber Verständnis und habt ein offenes Ohr für diejenigen, die gerade um die Verbesserung ihrer Arbeitswelt kämpfen und gebt ihnen eure Stimme. Unsere ist überwiegend verstummt durch Maßnahmen der Obrigkeiten, die unterdrücken wo es nur geht. Wir brauchen jetzt die Gesellschaft hinter uns, damit wir weiterhin hinter euch stehen können…

#nichtselbstverständlich

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